Liste der OCA2 getesteten Hunde

 

Information zum OCA2 beim Deutschen Spitz
 

In den vergangenen 10 Jahren wurden mehrfach Spitze mit ungewöhnlich hellen Augen, Nasenspiegel und Lefzen geboren. Dank einer aktuellen Studie konnte nun beim Großspitz eine für diese Aufhellung verantwortliche Mutation am OCA2-Gen festgestellt werden.

An dieser Stelle herzlichen Dank an  Prof. Dr. rer. nat. Tasso Leeb und sein Team der
Universität in Bern für die erfolgreiche Studie.
 

Was ist OCA2?

Der OCA2 (okulokutaner Albinismus Typ2) ist eine erbliche Störung der Melaninsynthese, welche hauptsächlich die Bildung des schwarzen Pigments beeinträchtigt und durch Aufhellung der Fellfarbe, Nasenspiegel, Lefzen, Augenlider und Augen in ein ungewöhnlich hellbraunes Pigment gekennzeichnet ist.
Da die mangelnde Pigmentierung der Augen mit einer gewissen Photophobie (Lichtempfindlichkeit) einhergehen kann, sollte die Verpaarung zweier Anlageträger (Carrier x Carrier) vermieden werden. Um dies zu gewährleisten sollte sichergestellt werden, dass mindestens ein Elterntier homozygot frei ist.


Welche Spitze sind betroffen?

Da sich der Defekt anhand genetischer Rückschlüsse bis zu einen Großspitzrüden aus dem Jahr 1988 zurückverfolgen lässt, der sowohl in den Ahnentafeln weißer als auch schwarzer Großspitze zu finden ist, ist davon auszugehen, dass die Mutation bereits weit in beiden Farbschlägen der Großspitzpopulation verbreitet ist.
Es sollten daher sowohl weiße als auch schwarze und braune Großspitze getestet werden.
Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass OCA2 auch in anderen Spitzvarietäten besteht.

Für die Zuchtverwendung der Großspitze innerhalb des Vereins für Deutsche Spitze wird der Gentest auf OCA2 verpflichtend.


Erklärung zur Vererbung:

Für OCA2 wurde ein monogen autosomal-rezessiver Erbgang festgestellt. Das bedeutet, dass nur Tiere die auf beiden Genkopien die Mutation tragen, Anomalien zeigen. Die Ausprägung besteht also nur dann, wenn sowohl Vater, als auch Mutter die OCA2 Mutation tragen und beide diese Mutation an den Nachkommen vererbt haben.

C/C (normal /clear/frei/A) 
Das Tier trägt keine OCA2-verursachende Mutation. Es ist reinerbig für die Normalkopie des Gens. Es wird nicht erkranken

C/cOCA2 (Träger/carrier/B)
Das Tier trägt nur einer Genkopie die für OCA2 verantwortliche Mutation. Es ist mischerbig Träger der Mutation, wird die OCA2 aber nicht ausprägen. Mit 50%iger Wahrscheinlichkeit wird er die Anlage an seine Nachkommen weitervererben.

cOCA2/cOCA2 (betroffen/affected/C) 
Das Tier trägt an beiden Genkopien die für OCA2 verantwortliche Mutation. Es ist reinerbig Träger der Mutation und weist die Anomalien der OCA2 auf. Die OCA2-Anlage wird mit 100%iger Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen weitergegeben.

 

Vererbungsschema
  Elterntier 2
Elterntier 1 Befund Eltern: C/C
= normal
C/cOCA2
= Anlageträger
cOCA2/cOCA2
= betroffen
C/C
= normal
100% normal 50% normal
50% Anlageträger
100% Anlageträger
C/cOCA2
= Anlageträger
50% normal
50% Anlageträger
25% normal
50% Anlageträger
25% betroffen
50% Anlageträger
50% betroffen
cOCA2/cOCA2
= betroffen
100% Anlageträger 50% Anlageträger
50% betroffen
100% betroffen

 

 


Gentest und Vorgehen

Der Gentest wurde zwischenzeitlich von Laboklin (Fellfarbe-Hund-C-Locus/OCA2) etabliert 
Die Kosten für diesen Gentest betragen für Züchter ca. 46,-- EUR 
Laboklin kann den Test auch aus einer bereits eingeschickten Blutprobe erstellen. Hierzu bitte bei der Bestellung die Befund-Nummer aus dem letzten Gentest angeben.

 

Damit der Test auch vom Zuchtverein/Rasseclub anerkannt werden kann, möchten wir auf folgende Punkte hinweisen:

1) Die Blutabnahme sollte von einem Tierarzt durchgeführt werden, der den Hund eindeutig über Chipnummer und Ahnentafel identifiziert.

2) Die Probe muss mit Zuchtbuchnummer, Mikrochipnummer und vollständigen Zuchtname des Hundes versehen sein.

3) Die Probe sollte vom Tierarzt der den Hund bei der Abnahme der Probe identifiziert hat
abgeschickt werden.

4) Das Ergebnis sollte dem entsprechenden Zuchtverein/Rasseclub gemeldet und auch anderen Züchtern öffentlich zugänglich gemacht werden.

5) Für Züchter aller Länder einsehbar, wird die Datenbank-Deutscher-Spitze eine Liste der  übermittelten Egebnisse veröffentlichen. Hierzu bitten wir Sie den Befund eingescannt per Mail an: datenbankdeutscherspitz@googlemail.com zu senden. 
 

© Text: Barbara Tuschl & Janet Scheidig
 

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